Anleitung – Ostereier nach sorbischer Technik

Anleitung für Ostereier nach sorbischer Technik 

Heute gehören die Sorben einer Minderheit an und sind in erster Linie in der Ober- und der Niederlausitz in Sachsen und Brandenburg beheimatet. Ihre Wurzeln reichen allerdings weit zurück, denn die Sorben stammen von den Westslawen ab, die bereits im siebten Jahrhundert den heutigen Osten Deutschlands und Westen Polens bewohnten.

Das kunsthandwerkliche Verzieren von Ostereiern nach sorbischer Technik geht auf jahrhundertealte Traditionen und Bräuche zurück. Dabei handelt es sich um eine Wachstechnik, die an die Batiktechnik angelehnt ist. 

 

Das Verzieren von Ostereiern nach sorbischer Technik ist zwar zugegebenermaßen recht aufwändig, allerdings lohnt sich die Mühe wirklich. 

Hier die Anleitung dazu: 

       

Neben ausgeblasenen weißen Eiern werden weißes Kerzenwachs, Bienenwachs sowie Ostereierkaltfarben benötigt. Als Malwerkzeuge kommen Federn und Stecknadeln zum Einsatz.

       

Zuerst werden das Bienenwachs und das weiße Kerzenwachs zu gleichen Teilen miteinander vermischt und geschmolzen. Da das Wachs recht schnell wieder fest wird, sollten immer nur sehr kleine Mengen verflüssigt werden.

Hilfreich ist daher, eine kleine Schmelzvorrichtung zu bauen, beispielsweise indem ein Löffel an einem Gefäß befestigt und das Wachs auf dem Löffel durch eine darunter platzierte Kerze oder ein Teelicht geschmolzen wird. 

       

Das flüssige, aber nicht kochende Wachs wird nun mithilfe des Federkiels oder der Kuppe der Stecknadel auf das weiße Ei gestempelt.

Welches Muster dabei gemalt wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Alle die Stellen, auf die das Wachs aufgetragen wird, bleiben später als weiße Ornamente erhalten.

       

Ist das erste Muster fertig, wird das Ei mit der Eierkaltfarbe eingefärbt. Nach dem Trocknen der Farbe kann die nächste Wachsschicht aufgetragen werden. Hierzu wird wieder Wachs aufgestempelt und das Ei dann erneut eingefärbt.

Wichtig ist aber, immer mit den hellen Farben zu beginnen. Die Ornamente bleiben dabei immer in der Farbe erhalten, die das Ei beim Bemalen hatte. War das Ei beispielsweise in Gelb eingefärbt, als es mit dem Wachs bestempelt wurde und wird es dann in rote Farbe gelegt, bleiben später gelbe Ornamente sichtbar.Nachdem das Ei fertig gestellt und getrocknet ist, wird das Wachs wieder entfernt.

Dies gelingt am einfachsten, indem es bei etwa 150°C in den Backofen gelegt wird, möglich ist aber auch, das Wachs mit einem Föhn zu erwärmen.

Nach dem Entfernen des Wachses wird das eigentliche Muster sichtbar. Wer möchte, kann das Ei nun noch mit einem weichen Tuch vorsichtig polieren, wodurch es dann glänzt.

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