Infos und Tipps rund um Scherenschnitte

Infos und Tipps

rund um Scherenschnitte

Viele werden Scherenschnitte noch aus ihren Kindertagen kennen, als im Kindergarten oder in der Schule die typischen Schwarz-Weiß-Portraits gebastelt wurden. Manchmal wurden auch kleine Szenen aus schwarzem Karton ausgeschnitten und auf weißes Papier, für Fensterbilder auf buntes Transparentpapier oder als Verzierung auf Laternen geklebt.

Nachdem Scherenschnitte eine ganze Zeit lang eher ein Schattendasein fristeten und hauptsächlich mit Bastelarbeiten von Kindern in Verbindung gebracht wurden, während sich erwachsene Bastler eher Trends wie der Serviettentechnik widmeten, erleben Scherenschnitte heute wieder ein großes Comeback.

Aber wo kommen Scherenschnitte eigentlich her, was wird für sie benötigt und wie werden sie gemacht?

Hier ein paar Infos und Tipps rund um Scherenschnitte in der Übersicht:

Wo kommen Scherenschnitte her?

Die Wurzeln des Scherenschnitts liegen im Norden Chinas. Aus dem Schattenbild, das einst eine große Bedeutung bei Theaterspielen hatte, entwickelte sich vor rund 2000 Jahren der Scherenschnitt, der dadurch eine der ältesten Volkskünste ist. Seinerzeit stellten einfache Bäuerinnen die Scherenschnitte her und verzierten damit ihre Fenster und Türen und auch die Wände und Decken in ihren Wohnräumen. Scherenschnitte waren aber auch als Dekoration für Einrichtungsgegenstände wie schlichte Lampen und als Raumschmuck bei Feierlichkeiten sehr beliebt.

Ideen für Motive lieferte die unmittelbare Umgebung und so wurden Pflanzen, Tiere, Familienmitglieder oder Ornamente in den kleinen Kunstwerken verewigt. Anders als in Europa, wo schwarzes Papier dominiert, wurden Scherenschnitte in China dabei gerne aus farbenfrohen Papieren angefertigt.

Seinen Weg nach Europa fand der Scherenschnitt im 18. Jahrhundert, wo er durch den französischen Finanzminister Monsieur Etienne de Silhouette bekannt wurde. In der Geschichte gibt es widersprüchliche Aussagen dazu, ob der Finanzminister das Schattenportrait empfahl, weil er zu Sparmaßnahmen gezwungen oder weil er schlichtweg sehr geizig war.

Jedenfalls waren die Kosten für ein Portrait, das entstand, indem das Profil des Modells auf Leinwand oder Papier projiziert, der Umriss mit schwarzer Farbe nachgezogen und die Fläche mit schwarzer Tusche ausgemalt oder ausgeschnitten wurde, deutlich geringer als bei einem Ölgemälde. Nachdem diese Schattenportraits immer häufiger auftauchten, wurde bald auch der sogenannte Silhouettierstuhl erfunden.

Dies war ein Stuhl, der mit einem Rahmen zum Einspannen von Papier ausgestattet war. Durch eine Lichtquelle, die mit etwas Entfernung zum Stuhl aufgestellt wurde, war das Profil des Modells auf dem Papier zu sehen und konnte erst mit schwarzer Farbe nachgezogen und anschließend ausgeschnitten oder ausgemalt werden. Insgesamt fand das Schattenportrait zunächst aber nur wenig Zustimmung, denn es galt als einfach, billig und wurde nicht unbedingt als Alternative zu einem echten Portrait in Öl gesehen.

Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Scherenschnitt dann zu einer eigenständigen Kunstform, die zahlreiche Künstler hervorbrachte. Allmählich setzte sich dann auch der echte Scherenschnitt zunehmend durch, denn während das Schattenbild ein Motiv nur maßstabsgetreu abbilden kann, bietet der Scherenschnitt dem Künstler vielfältige Möglichkeiten.

Nach einer Zeit, in der Scherenschnitte wieder an Bedeutung verloren hatten, erleben sie heute wieder ein Comeback. Dazu haben vermutlich auch die derzeit angesagten Wand-Tattoos beigetragen, die im Prinzip die Tradition des klassischen chinesischen Scherenschnitts wieder aufgreifen.

Welche Techniken

gibt es beim Scherenschnitt?

Ein Scherenschnitt kann als Positivschnitt angefertigt werden. In diesem Fall wird die Grundfläche des Motivs ausgeschnitten und auf ein Papier in einer Kontrastfarbe geklebt. Das Gegenstück zum Positivschnitt ist der Hohlschnitt. Hierbei werden die Konturen und Flächen des Motivs aus dem Papier ausgeschnitten.

Ein solcher Scherenschnitt kann dann auch als Schablone verwendet werden, um das Motiv als Muster auf eine andere Fläche zu übertragen. Von einem Faltschnitt wird gesprochen, wenn das Papier vor dem Zu- und Ausschneiden ein- oder mehrfach gefaltet wird. Daneben gibt es noch den Spaltschnitt.

Hierbei wird das ausgeschnittene Motiv in einzelne Teile getrennt und anschließend wieder neu zusammengesetzt. Werden mehrere Scherenschnitte zu einem Motiv angeordnet, nennt sich dies wiederum eine Montage.

Was wird für Scherenschnitte benötigt?

Um einen Scherenschnitt anzufertigen, sind nur wenige Materialien notwendig:

·         Papier.

Im Bastelbedarf ist spezielles Papier für Scherenschnitte erhältlich, das gummiertes Scherenschnittpapier heißt. Dieses Papier hat eine schwarze Vorderseite und eine weiße Rückseite, die ähnlich wie bei Briefmarken mit Klebstoff beschichtet ist. Gerade Anfänger tun sich mit gummiertem Scherenschnittpapier aber häufig etwas schwer, denn beim Halten des Papiers klebt die weiße Seite mitunter an den Fingern. Erfahrene Bastler raten deshalb oft dazu, herkömmlichen schwarzen Tonkarton oder ein ähnlich stabiles Papier für Scherenschnitte zu verwenden.

 

·         Schere.

Um das Motiv auszuschneiden, wird mit einer scharfen und möglichst spitzen Schere gearbeitet. Dies kann durchaus eine einfache, nicht zu große Bastelschere sein. Entscheidend ist lediglich, dass die Schere gut in der Hand liegt und der Bastler gut damit schneiden kann. Um kleine Details auszuschneiden, bietet sich eine Nagelschere an.

 

·         Bleistift, Klebstoff oder Pinsel und Wasser sowie Bastelkarton.

Das Motiv, das ausgeschnitten werden soll, lässt sich am besten mit einem gut gespitzten Bleistift aufzeichnen. Der Scherenschnitt wird meist auf weißen Bastelkarton aufklebt. Wurde für den Scherenschnitt einfaches Tonpapier verwendet, erfolgt das Aufkleben mithilfe von wenig Klebstoff. Bei gummiertem Scherenschnittpapier wird die weiße Rückseite ganz leicht angefeuchtet.

Wie wird ein Scherenschnitt gemacht?

Für einen Scherenschnitt wird als erstes das Motiv aufgezeichnet. Bei den ersten Versuchen sollte sich der Bastler aber für eher einfache Motive entscheiden, um ein Gefühl für die Technik zu entwickeln. Das Motiv wird bei gummiertem Scherenschnittpapier auf die weiße Seite gezeichnet.

Bei herkömmlichen Tonpapier wird die Seite, auf die das Motiv vorgezeichnet wurde, die spätere Rückseite. Wichtig ist deshalb, daran zu denken, dass das fertige Scherenschnittbild seitenverkehrt sein wird.

Nun folgt der Zuschnitt. Bevor das eigentliche Motiv ausgeschnitten wird, kann das Papier erst grob zurechtgeschnitten werden. Beim Ausschneiden des Motivs führt die Hand, die die Schere hält, nur die Schnittbewegungen aus. Die andere Hand hält das Papier und dreht es gleichzeitig.

Die Schere wandert also nicht an den Linien entlang, sondern bleibt im Prinzip in der gleichen Position stehen, während sich das Papier bewegt. Außerdem wird bei Scherenschnitten von innen nach außen gearbeitet. Das bedeutet, zuerst werden alle Bildelemente innerhalb des Motivs ausgeschnitten. Die Außenlinien sind erst zum Schluss an der Reihe.

Der Scherenschnitt wird nun noch auf Bastelkarton geklebt. Dabei sollte der Bastelkarton etwa doppelt so groß sein wie der Scherenschnitt und der Scherenschnitt wird mittig auf dem Bastelkarton positioniert.

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