Infos und Tipps zur Kaltwachs-Technik

Infos und Tipps

zur Kaltwachs-Technik

Wenn von Wachs-Techniken die Rede ist, denken viele an Warmwachs. Warmwachs gehört zu den bewährten Gestaltungsmitteln im Bereich der Stoffmalerei und der Batik. Meist handelt es sich bei Warmwachs um Paraffin, Bienenwachs oder eine Mischung aus diesen beiden.

Das Wachs wird im Wasserbad oder in einem speziellen Wachswärmer geschmolzen und erwärmt. Anschließend wird das warme Wachs mit dem Pinsel oder einem anderen Zeichengerät auf den Stoff aufgetragen, entweder als Trennmittel oder um Farbflächen, die nicht eingefärbt werden sollen, abzudecken.

Warmwachs hat jedoch durch Kaltwachs echte Konkurrenz bekommen, denn Kaltwachs gehört seit einiger Zeit zu den sehr beliebten Mitteln bei der Gestaltung von Textilien. Aber was ist Kaltwachs genau und wie wird es verwendet?

Hier die wichtigsten Infos und Tipps zur Kaltwachs-Technik in der Übersicht:

Was ist Kaltwachs?

Ursprünglich stammt Kaltwachs aus der Keramikbranche, wo es als Abdeckmittel beim Glasieren verwendet wird. Bei Kaltwachs handelt es sich um Paraffin, das angereichert mit einem Emulgator mit Wasser vermischt wird. Dadurch ist Kaltwachs bereits bei Zimmertemperatur flüssig.

Von der Konsistenz her ist Kaltwachs mit dünnerem Pfannkuchenteig vergleichbar, also dickflüssiger als Warmwachs. Aus diesem Grund ist Kaltwachs bei sehr dicken oder sehr dicht gewebten Stoffen nur bedingt geeignet, denn es kann solches Gewebe anders als Warmwachs meist nicht vollständig durchdringen. Ist der Auftrag aus Kaltwachs getrocknet, lässt er sich durch kaltes Wasser nicht mehr entfernen.

Je nachdem wie dick der Auftrag ist, bewegt sich die Trocknungszeit dabei zwischen einer und 24 Stunden.

Wie kann Kaltwachs

auf den Stoff aufgetragen werden?

Kaltwachs ist sehr vielseitig einsetzbar. So kann es mit dem Pinsel aufgemalt werden, am besten geeignet dafür ist ein flacher Borstenpinsel. Daneben kann das Kaltwachs in einen Liner oder in ein anderes leeres Schreibgerät gefüllt werden, um so zu zeichnen oder Schriften zu gestalten.

Ein weitere Möglichkeit besteht darin, das Kaltwachs für Drucke zu verwenden. Dafür wird das Kaltwachs mit einem Pinsel auf einen Stempel aufgebracht. Als Stempel eignen sich herkömmliche Stempel beispielsweise aus Moosgummi, aber auch Schwämme, Stücke von Wellpappe, Kordeln, Schnüre, Blätter, Rindenstücke, Steine und viele andere Gegenstände und Materialien. Allerdings sollte das Stempelmotiv nicht zu filigran sein, denn feine Muster sind durch das dickflüssige Wachs kaum zu erkennen. Für das Schablonieren ist Kaltwachs ebenfalls bestens geeignet.

Dafür wird die Schablone auf den Stoff aufgelegt, eventuell fixiert und vorsichtig mit Kaltwachs ausgefüllt. Wichtig dabei ist aber, das Kaltwachs eher sparsam zu verwenden und darauf zu achten, dass die Schablone ganz flach auf dem Stoff auffliegt. Andernfalls könnte das Kaltwachs nämlich unter die Schablone laufen.

Der mit Wachs gestaltete Stoff kann anschließend entweder mit dem Pinsel oder auch in einem Farbbad eingefärbt werden. Da Paraffin bei rund 40°C beginnt, zu schmelzen, darf die Temperatur beim Färben aber auf keinen Fall höher sein als 40°C.

Welche Kaltwachs-Techniken

gibt es außerdem?

Eine sehr beliebte Technik besteht darin, das Kaltwachs auf den Stoff zu spritzen. Hierbei wird mit einem dicken Pinsel Kaltwachs aufgenommen und anschließend auf den Stoff gespritzt oder geträufelt. Wenn das Kaltwachs getrocknet ist, wird Farbe auf den Stoff aufgetragen.

Danach wird noch einmal Wachs auf den Stoff gespritzt oder geträufelt, danach folgt ein weiterer Farbauftrag, dann erneut Wachs und anschließend wieder Farbe. Die Anzahl der Durchgänge kann beliebig gewählt werden. Wichtig ist aber, mit hellen Farben zu beginnen und bei den weiteren Durchgängen immer dunklere Farben zu verwenden. Das Ergebnis ist ein Stoff mit einem dunklen Grundton und einem Tropfenmuster in verschiedenen Farben.

Daneben ist möglich, das Kaltwachs zu mischen. So lässt sich Kaltwachs zum einen mit Stoffmalfarben, die mit Dampf fixiert werden, einfärben. Wenn das Wachs später bei der Fixierung schmilzt, wird nur das Wachs entfernt, während die Farbe in den Stoff eindringt.

Beim Einfärben sollte der Farbanteil allerdings maximal 20  Prozent betragen, denn sonst wird das Wachs zu sehr verdünnt. Zum anderen kann Kaltwachs mit Tonerde, mit Schlämmkreide oder mit einem Verdicker vermischt werden. Dadurch entsteht eine zähe Wachsmasse, mit der sich mittels Spachtel oder Malmesser verschiedene Strukturen gestalten lassen.

Warmwachs eignet sich hervorragend, um Muster mit feinen Rissen zu gestalten. Dafür wird der Stoff einfach zusammengeknüllt, nachdem die Wachsschicht getrocknet ist. Durch das Zusammenknüllen bilden sich Risse in der Wachsschicht, teilweise platzen kleinere Wachsstückchen auch ab. Beim späteren Einfärben oder Bemalen dringt die Farbe dann in die Risse ein und sorgt so für das gewünschte Muster.

Mit Kaltwachs lässt sich dieser Effekt kaum erreichen, denn der Wachsauftrag ist auch in trocknem Zustand recht elastisch. Allerdings ist es möglich, Muster in die Wachsschicht zu ritzen, das Wachs teilweise wieder abzukratzen oder das Wachs an einigen Stellen auszubügeln, bevor weitere Farbe aufgebracht wird.

Wie wird das Kaltwachs

wieder aus dem Stoff gelöst?

Ist das Kunstwerk fertig, gibt es mehrere Möglichkeiten,
wie das Kaltwachs aus dem Stoff entfernt werden kann:

·         Bügeln.

Hierfür wird der Stoff zwischen mehrere Lagen saugfähiges Papier gelegt. Sehr gut geeignet sind beispielsweise Zeitungs- oder Pergamentpapier. Anschließend wird der Stoff gebügelt. Durch die Wärme des Bügeleisens schmilzt das Wachs und wird von dem Papier aufgenommen. Sollten noch kleinere Wachsreste im Stoff verbleiben, lösen sie sich beim Waschen auf.

·         Waschen.

Müssen nur kleinere Wachsmengen entfernt werden, kann der Stoff in der Waschmaschine oder per Handwäsche heiß gewaschen werden. Durch das heiße Wasser löst sich das Wachs aus dem Stoff. Empfehlenswert ist diese Methode aber tatsächlich nur bei kleinen Wachsmengen, denn andernfalls kann das Reinigen des Behälters oder des Filtersiebs der Waschmaschine sehr aufwändig werden.

·         Dampffixierung.

Bei einer Dampffixierung wird der Stoff in Papier eingepackt. Beim Fixiervorgang schmilzt dann das Wachs und wird von dem Papier aufgesogen, während gleichzeitig die Farben fixiert werden. Wichtig bei einer Dampffixierung ist aber, ausreichend Papier zu verwenden. Ansonsten könnte das geschmolzene Wachs nämlich andere Arbeiten beschädigen.

 

Um den Pinsel und die weiteren Arbeitsgeräte zu reinigen, reicht kaltes Wasser aus, solange das Wachs noch flüssig ist. Ist das Wachs bereits erstarrt, kann es mit heißem Wasser und etwas Spülmittel entfernt werden. Der Behälter mit dem Kaltwachs muss dicht verschlossen gelagert werden, damit das enthaltene Wasser nicht verdunstet.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Mario Kretschmer, 43 Jahre, Schilder und Leuchtreklame Hersteller, Tim Scheube, 35 Jahre, PG-Cutter und Werbetechniker, Sabine Tallarn, 28 Jahre, Künstlerin / Designerin schreiben hier Wisseswertes, Anleitungen und Ratgeber zu Schablonen, Malerei, Bastelarbeiten und Dekoration.

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