Anleitung zum Nadelfilzen mit Schablonen

Anleitung zum Nadelfilzen mit Schablonen 

Das Nadelfilzen ist eine recht junge Handarbeitstechnik, die sich aber zunehmend großer Beliebtheit erfreut. Zu den großen Pluspunkten des Nadelfilzens gehört, dass es leicht zu erlernen ist, mit wenigen Materialien auskommt und unzählige Gestaltungs- und Anwendungsmöglichkeiten bietet. 

 

Was sich nun aber genau hinter dem Nadelfilzen verbirgt, was dafür benötigt wird und wie das Nadelfilzen mit Schablonen funktioniert, erklärt die folgende Anleitung:

Was ist Nadelfilzen genau?

Das Nadelfilzen ist keine neu erfundene Handarbeitstechnik, sondern hat seine Wurzeln in der Industrie. Bei der industriellen Fertigung werden Filzmatten sowohl nass als auch trocken gefilzt. Dabei kommen Maschinen zum Einsatz, die mit vielen Spezialnadeln bestückt sind. Diese Nadeln sind mit kleinen Widerhaken ausgestattet und durchstechen das Faservlies.

Durch das wiederholte Einstechen und Herausziehen der Nadeln verhaken sich die einzelnen Fasern und es entsteht ein festes Gewebe. Ursprünglich wurden solche Filzmatten häufig aus Abfall- und Reststücken hergestellt und als Füllungen für beispielsweise Matratzen oder Polstermöbel verwendet. Später wurden mit dem gleichen Verfahren auch Teppiche für Autos produziert, heute werden auf diese Weise unterschiedlichste Gegenstände angefertigt.

Ab den 1980er-Jahren wurde die industrielle Methode des Filzens auch als Handarbeitstechnik entdeckt und das Prinzip ist dabei gleich. Das bedeutet, beim Nadelfilzen wird mit einer oder mehreren Filznadeln gearbeitet, die immer wieder in Wollfasern eingestochen werden, bis schließlich ein festes Filzgewebe entstanden ist.  

Was wird für das Nadelfilzen benötigt?

Für das Nadelfilzen werden zunächst einmal Filznadeln benötigt. Filznadeln sind Nadeln, die mit kleinen Widerhaken ausgestattet sind. Die Widerhaken sorgen dafür, dass die Wollfasern beim Durchstechen ineinandergeschoben werden. Gleichzeitig sind die Widerhaken so angeordnet, dass die Nadel ohne großen Widerstand wieder aus dem Faservlies herausgezogen werden kann.

Meist werden Filznadeln als Set angeboten, was insofern auch sinnvoll ist, als dass sich die Widerhaken im Laufe der Zeit abnutzen. Für den Anfang reicht es aber grundsätzlich aus, wenn eine stärkere und eine feinere Filznadel vorhanden sind. Neben den Filznadeln wird eine Unterlage benötigt. Auch diese gibt es als sogenannten Filzschwamm fertig zu kaufen.

Ein Stück Schaumstoff, ein größerer Haushaltsschwamm oder eine Styroporplatte erfüllen aber die gleiche Funktion. Wichtig bei der Unterlage ist lediglich, dass diese recht dick und weich ist, damit die Filznadel beim Filzen nicht abbricht. Als weitere Zutat ist Wolle erforderlich. Für das Nadelfilzen eignet sich die sogenannte Märchenwolle hervorragend, weil diese einfach und recht schnell verfilzt. Grundsätzlich kann aber jede Wolle für das Nadelfilzen verwendet werden, die sich verfilzen lässt. Prinzipiell kann gefilzt werden, indem etwas Wolle zu einem Strang oder einer Kugel geformt und mit der Filznadel bearbeitet wird.

Gerade bei den ersten Versuchen oder wenn bestimmte Formen entstehen sollen, ist es jedoch einfacher, mit Schablonen zu arbeiten. Als Schablonen eignen sich Ausstechformen für Plätzchen hervorragend, mit deren Hilfe dann auch dickere Filzfiguren hergestellt werden können. Für flache Figuren können die Schablonen aber auch aus Moosgummi, einer vorhandenen Filzmatte oder dicker Folie selbst hergestellt werden. Dazu wird das Motiv einfach auf das Trägermaterial aufgemalt und anschließend ausgeschnitten. 

Wie funktioniert das Nadelfilzen mit Schablonen?

Das Nadelfilzen selbst ist recht einfach, erfordert aber ein wenig Geduld. Zunächst wird die Schablone auf die weiche Unterlage gelegt und vollständig mit Wolle befüllt. Nun wird die Nadel mit etwas Schwung in die Wolle eingestochen und danach wieder herausgezogen. Dies wird nun solange wiederholt, bis aus der Wolle ein festes, verfilztes Gewebe entstanden ist. Wichtig dabei ist aber, die Nadel immer nur gerade einzustechen.

Zudem muss die Schablone samt Inhalt regelmäßig gewendet werden, andernfalls würde sich die Filzfigur nämlich mit der Unterlage verbinden. Filznadeln sind sehr spitz. Um sich nicht zu verletzen, darf die Hand daher niemals unter das Filzstück gelegt werden, sondern es wird ausschließlich gefilzt, indem die Nadel gerade in die mit Wolle aufgefüllte Schablone gestochen wird, die auf der Unterlage liegt. Soll die Filzfigur mehrere Farben erhalten, kann die Schablone bereits zu Beginn mit Wolle in mehreren Farben gefüllt werden. Möglich ist aber auch, zwischendurch neue Wolle aufzulegen und diese mitzuverfilzen.

Haben sich Löcher oder unregelmäßige Stellen gebildet, werden diese ebenfalls bearbeitet, indem weitere Wolle aufgelegt und mit der Filznadel eingearbeitet wird. Ist aus der Wolle ein festes und gleichmäßiges Filzgewebe mit glatter Oberfläche entstanden, wird die Filzfigur aus der Schablone genommen.

Nun kann die Figur wie gewünscht verwendet werden, beispielsweise indem sie als Untersetzer zum Einsatz kommt, mit einem Loch versehen und aufgehängt oder als Zierelement auf ein Kissen, eine Tischdecke, eine Tasche oder ein Kleidungsstück genäht wird.

Weiterführende Vorlagen und Anleitungen mit Schablonen:

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