Wanddeko mit Tapeten – Infos und Tipps

Wanddeko mit Tapeten – Infos und Tipps dazu

 

Völlig aus der Mode waren Tapeten zwar nie, aber es gab durchaus Zeiten, in denen die Wände lieber nur verputzt und gestrichen wurden. Für optische Highlights sorgten dann mitunter Bordüren, Schablonenmalereien oder in jüngerer Vergangenheit auch Wandtattoos. Seit einiger Zeit feiert die gute alte Tapete nun wieder ein echtes Comeback.

Grund genug, sich einmal näher mit Tapeten als angesagter Wohntrend zu beschäftigen.

 

Wanddeko mit Tapeten – Infos und Tipps dazu

Die Tapete blickt auf eine schon recht lange Geschichte zurück. Bereits im 16. Jahrhundert kamen durch den Ostindischen Handel handbemalte chinesische Tapeten aus Papier nach Europa. Hier fanden sie großen Zuspruch und so begann die Herstellung von Papiertapeten in Frankreich und England.

Seit 1586 werden in Europa Tapeten aus Papier produziert. Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Tapete war die Erfindung von Druckmaschinen Mitte des 19. Jahrhunderts. Nun mussten die Tapetenmacher die Wandverkleidung nicht mehr mühsam von Hand bemalen, sondern eine einfache, schnelle und nicht zuletzt auch deutlich kostengünstigere Massenproduktion wurde möglich. Seither haben Tapeten ihren festen Platz in Wohnungen.

Eine so große Auswahl wie heute gab es aber vermutlich noch nie. Von schlicht und einfarbig bis hin zu edel und kunterbunt, von zurückhaltend und in sanften Farben bis hin zu auffällig und in leuchtstarken, intensiven Farbtönen, von kleinen Mustern bis hin zu großen Ornamenten oder riesigen Motiven, von glatt bis strukturiert und von der einfachen Papiertapete über die praktische Vliestapete bis hin zur edlen Seidentapete – für jeden Geschmack und Geldbeutel sollte sich die richtige Tapete finden lassen.

 

Tapeten nicht nur an der Wand

Früher war es üblich, eine Tapete auszuwählen und den gesamten Raum damit zu tapezieren. Dies wird zwar auch heute noch teilweise gemacht, gerne werden aber auch mehrere Tapeten miteinander kombiniert. So wird beispielsweise eine Wand mit einer auffälligen Tapete in Szene gesetzt, während die anderen Wände eine schlichte, dezente Wandverkleidung erhalten. Ein Revival erleben daneben auch Fototapeten.

Statt Berglandschaft, Palmenstrand oder Waldszene sind nun aber riesengroße Blüten, moderne, grafisch aufgearbeitete Skylines oder abstrakte Motive angesagt. Wer es noch individueller möchte, kann auch seine eigene Tapete kreieren. Es gibt einige Anbieter, die die eigenen Vorlagen auf Tapete drucken, entweder als Mustertapete oder als riesengroßes Fotomotiv für die Wand.

Je größer und auffälliger eine Tapete gemustert ist, desto dezenter sollten aber die übrigen Wände gestaltet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Zimmer von dem Muster und den Farben regelrecht erschlagen wird.

Übrigens eignen sich Tapeten keineswegs nur als Wanddeko. Möbel, die mit einer Tapete verkleidet werden, erhalten im Handumdrehen einen völlig neuen Look, während eine tapezierte Tür für täuschend echt wirkende Illusionen sorgen kann. Werden Tapeten auf dünne Holzplatten aufgezogen, entstehen wunderbare Wandbilder, ein schlichter Paravent kann durch Tapeten zu einer chicen mobilen Wand werden.

 

Tipps rund ums Tapezieren

Eigentlich ist es nicht allzu schwierig, Tapeten an die Wände zu bringen. Trotzdem gibt es den einen oder anderen Punkt, der bedacht werden will, damit das Ergebnis später überzeugt.

 

Hier daher die wichtigsten Tipps rund ums Tapezieren:

 

·         Die Anzahl der Rollen.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, wie viele Rollen Tapete benötigt werden. Hierfür gibt es eine einfache Rechenformel. Eine Standardrolle Tapete ist 53cm breit, 10,05m lang und reicht aus, um damit eine Fläche von rund 5 Quadratmetern zu tapezieren. Um die benötigte Menge zu ermitteln, wird deshalb gerechnet: Raumumfang (= die Länge aller Wände) mal Raumhöhe geteilt durch 5 = benötigte Rollenzahl.

Fenster und Türen werden nicht gesondert berücksichtigt, sondern als Wandfläche dazugerechnet. Dadurch ist später genug Verschnittreserve vorhanden. Bei Tapeten, die gemustert sind, muss berücksichtigt werden, dass sie möglicherweise mit Versatz angebracht werden müssen. Angaben dazu stehen auf dem Hinweiszettel auf den Tapetenrollen.

Wichtig beim Einkauf ist, auf die Chargennummer zu achten. Die Tapeten für einen Raum sollten alle aus derselben Produktionscharge stammen, denn andernfalls könnten die Farben leicht voneinander abweichen. Die Chargennummer steht ebenfalls auf dem Beipackzettel.

 

·         Die Vorbereitung.

Es ist zwar mitunter aufwändig, erst die alten Tapeten abzulösen, Risse auszubessern, Löcher zu verspachteln und die Wände mittels Spachtelmasse und Schleifpapier zu glätten. Dieser Aufwand lohnt sich aber, denn er schafft die Grundlage für ein perfektes Ergebnis.

Werden die Tapeten auf Wände mit Macken oder die alten Tapeten verklebt, kann es sein, dass sich die Macken abzeichnen oder die Tapeten nicht richtig halten. Bei sehr hellen, ganz glatten oder glänzenden Tapeten kann es zudem sinnvoll sein, erst eine Untertapete anzubringen.

 

·         Das Zuschneiden und Einkleistern der Tapeten.

Ist alles vorbereitet, werden die Tapeten zugeschnitten. Bei Tapeten ohne Muster werden die Bahnen gut 10 bis 15cm länger zugeschnitten als die Raumhöhe. Sind die Tapeten gemustert, wird zusätzlich dazu noch der Versatz hinzugerechnet, der auf dem Hinweiszettel genannt ist.

Anschließend werden die Tapeten mit Kleister benetzt. Welcher Kleister geeignet ist, wie er verarbeitet werden muss und welche Einweichzeit es einzuhalten gilt, ist auf dem Beipackzettel der Tapeten genannt. Grundsätzlich gilt, dass der Tapetenkleister umso wasserärmer sein sollte, je schwerer die Tapeten sind.

Ob der Tapetenkleister von Hand und mittels Bürste oder per Kleistermaschine aufgetragen wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Einen Vorteil haben hier übrigens Vliestapeten. Bei ihnen entfällt nämlich die Einweichzeit und der Tapetenkleister kann entweder auf die Tapete oder direkt auf die Wand aufgetragen werden.

 

·         Das Anbringen der Tapeten.

Früher wurden Tapeten leicht überlappend verklebt und es wurde vom Licht weg gearbeitet. Heute werden Tapeten auf Stoß, also Kante an Kante angebracht. Deshalb muss auch die Tapezierrichtung vom Licht weg nicht mehr eingehalten werden. Nach wie vor nach dieser Regel vorzugehen, empfiehlt sich aber bei gemusterten Tapeten.

Hierbei wird die erste Bahn in Fensternähe angebracht und von dort aus geht es nach rechts und links weiter. Dadurch wird es einfacher, das Muster einzuhalten. Die erste Bahn auf jeder Wand wird ausgelotet, um sicherzustellen, dass auch die Folgebahnen senkrecht verlaufen. Die Tapetenbahnen werden dann jeweils mit etwas Überstand an der Kante zwischen Wand und Decke angesetzt und in der oberen Hälfte festgedrückt.

Wenn sie dort haften, wird die untere Bahnhälfte festgedrückt, danach wird die Tapete zu den Seitenkanten hin angedrückt und glattgestrichen. Bei robusten Tapeten wird dabei mit einer Bürste gearbeitet, bei empfindlichen Tapeten sollte besser zu einer Gummiwalze gegriffen werden. Mithilfe eines Kantenschnittlineals oder einem scharfen Teppichmesser werden zum Schluss die Überstände an Decke und Boden abgeschnitten.

Die frisch tapezierten Wände müssen nun trocknen, am besten bei normaler Zimmertemperatur. Nach dem Trocknen sind kleine Fältchen normalerweise von alleine verschwunden. Das Trocknen sollte aber auf keinen Fall beschleunigt werden, indem die Heizung voll aufgedreht oder für Durchzug gesorgt wird. Dadurch würde der Tapetenkleister zu schnell abbinden.

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