Was ist das Besondere an Aquarellpapier?

Was ist das Besondere

an Aquarellpapier?

 

Die Aquarellmalerei ist eine Maltechnik, die sehr vielseitig eingesetzt werden kann. So können gegenständliche Motive genauso gestaltet werden wie abstrakte Muster. Die Bezeichnung Aquarellmalerei enthält das lateinische Wort Aqua für Wasser. Teilweise wird deshalb auch von der Wasserfarbenmalerei gesprochen.

Dies ist strenggenommen allerdings nicht ganz richtig, denn das Wasser hat eigentlich nur eine Funktion als Transportmittel, das die Farbpigmente mit dem Malgrund verbindet. Dabei gehört die Aquarellmalerei zu den ältesten Maltechniken der Menschheit, Aquarellbilder galten lange Zeit aber nicht als eigenständige Kunstwerke.

Stattdessen wurden Aquarellbilder meist nur zu Studienzwecken gemalt oder bildeten die Grundlage für Ölgemälde. Mittlerweile hat sich die Aquarellmalerei jedoch zu einer sehr beliebten Maltechnik entwickelt. Viele Künstler schätzen heute die außergewöhnliche Vielseitigkeit der Aquarellfarben.

Ein anderer Grund ist aber sicherlich auch, dass sich der Materialbedarf in überschaubaren Grenzen hält. Mehr als ein paar Aquarellfarben, der eine oder andere Pinsel, Aquarellpapier und natürlich eine gute Idee sind nämlich nicht notwendig.  

 

Was ist das Besondere an Aquarellpapier?

Wenn sich Hobbykünstler über ihr Hobby austauschen, geht es in den Gesprächen meist um die verwendeten Aquarellfarben und Pinsel oder um Motive und Muster. Über den Malgrund hingegen wird kaum diskutiert. Nun ist die Auswahl als solches zugegebenermaßen auch recht eingeschränkt, denn als Malgrund für die Aquarellmalerei kommt letztlich fast nur Papier in Frage.

Gleichzeitig ist das verwendete Papier aber auch eine der wichtigsten Komponenten überhaupt. Selbst die hochwertigsten Aquarellfarben, die qualitativ besten Pinsel und die schönste Idee für ein Motiv oder Muster bringen letztlich nicht viel, wenn das verwendete Papier nicht viel taugt.

Aber was ist eigentlich das Besondere an Aquarellpapier
und worauf sollte bei der Auswahl geachtet werden?:

 

Aquarellpapier – Die Eigenschaften

Aquarellpapier muss zwei grundlegende Anforderungen erfüllen. So sollte das Wasser einerseits ungehindert auf dem Papier fließen können. Andererseits sollte das Papier das Wasser aber auch möglichst schnell aufnehmen. Um dies zu erreichen, muss sich das Papier leicht ausdehnen, während es bemalt wird, und danach wieder seine ursprüngliche Form annehmen.

Andernfalls würden nämlich unschöne Wellen auf dem Papier zurückbleiben. Um eine gute Aufnahmefähigkeit von Wasser sicherzustellen, enthält hochwertiges Aquarellpapier einen hohen Anteil an Baumwolle. Gleichzeitig sorgt der Baumwollanteil für die Festigkeit und die Elastizität. Als grobe Richtlinie bei der Auswahl von Aquarellpapier gilt, dass der Baumwollanteil bei mindestens 50 Prozent liegen sollte.

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Aquarellpapier besteht darin, dass es die Farben teilweise absorbieren und gleichzeitig für eine gute Haftung der Farbpigmente sorgen sollte. Die feinen, dünnen, leicht transparenten Schichten in leuchtstarken Farben machen die Charakteristik eines Aquarellbildes aus. Um einen gleichmäßigen Farbauftrag mit solider Haftung sicherzustellen, sollte das verwendete Aquarellpapier eine leicht gekörnte Oberfläche haben.

 

Aquarellpapier – Das Gewicht

Das Flächengewicht gibt an, wie dick ein Papier ist. Auf den Verpackungen wird hierfür das Gewicht pro Quadratmeter angegeben und bei Aquarellpapieren reicht die Angebotspalette üblicherweise von 190 Gramm bis hin zu 800 Gramm pro Quadratmeter.

Ein Papier, das zu leicht und damit zu dünn ist, würde sich nach dem Bemalen in trockenem Zustand zu stark wellen. Als Orientierungshilfe gilt daher, dass das Papier für ein Aquarellbild mindestens 300 Gramm pro Quadratmeter wiegen sollte. Papiere ab dieser Stärke können zudem direkt bemalt werden, ein Aufspannen ist nicht notwendig.

 

Aquarellpapier – Die Beschichtung

Ein typisches Merkmal von Aquarellbildern ist einer leichter, sanfter Glanz. Dieser entsteht durch die Beschichtung des Papiers mit Gelatine. Die Beschichtung führt aber nicht nur zu einer leicht glänzenden Oberfläche, sondern sorgt auch dafür, dass die Farbpigmente nicht vollständig und zu tief in das Papier eindringen.

Die meisten Aquarellpapiere werden heutzutage im Zuge der Produktion in ein Gelatinebad getaucht, wodurch sie auf beiden Seiten beschichtet sind. Daher ist es meist nicht mehr notwendig, darauf zu achten, dass die richtige, also beschichtete Seite bemalt wird.

 

Aquarellpapier – Die Farbe

Die meisten Aquarellpapiere sind weiß. Dies liegt daran, dass in der Aquarellmalerei üblicherweise nicht mit weißer Farbe gearbeitet wird. Stattdessen werden die Flächen, die weiß bleiben sollen, einfach ausgespart. Es gibt allerdings auch Aquarellpapiere, die in einem hellen Farbton eingefärbt sind.

Zudem sind nach wie vor handgeschöpfte Aquarellpapiere erhältlich, die zwar sehr hochwertig, aber auch entsprechend teuer sind. Um aus der Vielzahl der unterschiedlichen Aquarellpapiere das Papier auszuwählen, das einem selbst am besten liegt und optimal zur eigenen Malweise passt, ist es ratsam, verschiedene Papiere auszuprobieren.

Nahezu alle Hersteller bieten hierfür kleine Testblöcke oder Probierpackungen an, die Aquarellpapiere in unterschiedlichen Qualitäten enthalten.

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