Was ist der Unterschied zwischen Lettering und Kalligrafie? Teil 1

Was ist der Unterschied zwischen Lettering und Kalligrafie? Teil 1

Lettering, Kalligrafie, Lithografie, Typografie: Wer sich näher mit dem Gestalten von schönen Schriften beschäftigt, stolpert über unterschiedliche Bezeichnungen. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter den Begriffen? Was ist der Unterschied zwischen Lettering und Kalligrafie? Und wodurch kennzeichnen sich die einzelnen Techniken?

Was ist der Unterschied zwischen Lettering und Kalligrafie Teil 1

In einem zweiteiligen Beitrag schauen wir uns die verschiedenen Formen zum Kreieren kunstvoller Schriften einmal näher an!:

Ein schneller Überblick vorab

Das Gestalten von Schriften hat sich zu einem riesigen Trend entwickelt. Im Internet und in Buchhandlungen finden sich unzählige Ideen, DIY-Projekte und Anleitungen, die sich mit dem Lettering und der Kalligrafie beschäftigen. Und praktisch jeder Laden mit Bastel- und Künstlerbedarf hält eine große Auswahl an Pinselstiften, Federn, Tuschen und Schreibpapieren bereit.

So vielfältig wie die Materialien sind, die zum Einsatz kommen können, so vielseitig sind auch die Techniken, mit denen die Schriften erstellt werden können.

Die wichtigsten Begriffe, die in diesem Zusammenhang auftauchen, sind folgende:

  • Lettering: Das Lettering kennt mit dem Handlettering und dem Brush Lettering zwei Varianten. In beiden Fällen geht es in erster Linie darum, Buchstaben zu malen und zu zeichnen.

  • Kalligrafie: Auch die Kalligrafie gliedert sich in zwei Ausprägungen, nämlich die klassische und die moderne Kalligrafie. Bei der Kalligrafie steht das Schreiben im Vordergrund.

  • Lithografie: Dahinter verbirgt sich ein altes Druckverfahren.

  • Typografie: Diese Technik ermöglicht, Buchstaben und Schriften sowohl zu drucken als auch digital zu erstellen.

Was die einzelnen Methoden ausmacht und wie sie umsetzt werden, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Das Lettering

In der DIY-Welt ist das Lettering einer der Trends schlechthin. Grundsätzlich steht der Begriff Lettering für das Malen und Zeichnen von Buchstaben. Die Buchstaben werden also nicht einfach nur geschrieben, sondern liebevoll gestaltet und ausgeformt.

Jeder einzelne Buchstabe hat seine eigene, kleine Geschichte und wird solange ausgearbeitet, bis er perfekt aussieht. Der fertige Schriftzug wird dadurch zu einem Kunstwerk, das aus lauter kunstvollen Einzelbuchstaben besteht.

Weil der Fokus beim Lettering tatsächlich auf den einzelnen Buchstaben liegt, werden meistens auch nur einzelne Wörter oder höchstens kurze Sätze gestaltet. Lange Texte sind beim Lettering die absolute Ausnahme. Dafür hat der Künstler alle Freiheiten, was den Stil seiner Schriften betrifft. Genauso ist letztlich jedes Mal- und Zeichengerät erlaubt.

Feste Regeln, wie und womit die Buchstaben gestaltet werden müssen, gibt es beim Lettering also nicht.

Je nachdem, ob der Künstler mit Bleistift, Füller, Filzstift, Pinsel oder Pinselstift arbeitet, setzt er aber entweder das Handlettering oder das Brush Lettering um. Gestaltet er seine Schriftzüge hingegen am Computer, wird schlicht vom Lettering gesprochen.

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Das Handlettering

Immer dann, wenn der Künstler seine Buchstaben von Hand mit einem Stift auf Papier malt oder zeichnet, handelt es sich ums Handlettering. Ob er dabei den Bleistift, Buntstifte, Filzstifte, Marker, Kugelschreiber oder andere Schreibgeräte verwendet, bleibt seinem Geschmack überlassen.

Auch was den Stil angeht, kann der Künstler seiner Kreativität freien Lauf lassen. Er kann seine Buchstaben also groß oder klein, schlicht und geradlinig oder verschnörkelt und verspielt formen.

Typisch fürs Handlettering ist, die Buchstaben zuerst mit Bleistift vorzuzeichnen. Anschließend werden sie mit Linien, Schnörkeln oder anderen Elementen verziert und bunt ausgestaltet.

Je stärker ein Buchstabe oder ein Wort in einem Satz betont werden soll, desto auffälliger wird es ausgestaltet, während die anderen Buchstaben oder Wörter etwas dezenter bleiben. Die Schrift mehrfach zu überarbeiten und immer wieder zu korrigieren, gehört zum Handlettering dazu.

Das Brush Lettering

Ein Unterschied zwischen dem Handlettering und dem Brush Lettering besteht darin, dass beim Brush Lettering mit dem Pinsel oder einem Pinselstift gearbeitet wird.

Ein weiterer Unterschied ist, dass die einzelnen Buchstaben nicht mehr großartig überarbeitet oder ausgebessert werden. Außerdem wird beim Brush Lettering weniger gezeichnet oder gemalt, sondern eher geschrieben. Aus diesem Grund wird das Brush Lettering oft der modernen Kalligrafie zugeordnet.

Insgesamt steht beim Brush Lettering im Vordergrund, mit dem Pinsel oder der Spitze des Pinselstifts schöne Schriften aufs Papier zu bringen. Zwar werden die einzelnen Buchstaben durchaus kunstvoll angelegt.

Allerdings werden sie dafür nicht extra vorgezeichnet und dann ausgearbeitet. Stattdessen werden sie eher in einem Schwung geschrieben. Durch die Mischung aus Linien in unterschiedlichen Strichstärken entsteht dann das typische Schriftbild.

Die Kalligrafie

Das Wort Kalligrafie stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt soviel wie Schönschreiben. Genau das ist auch, was die Kalligrafie ausmacht. Bei der Kalligrafie geht es also darum, mithilfe der geschriebenen Schrift kunstvolle Schriftzüge zu gestalten.

Dabei wird aber zwischen der klassischen und der modernen Kalligrafie unterschieden. Während die klassische Kalligrafie klaren und recht strengen Regeln folgt, hat der Künstler bei der modernen Kalligrafie weit mehr Freiheiten.

Was das genau bedeutet und was die Kalligrafie vom Brush Lettering unterscheidet, erklären wir in Teil 2.

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Mario Kretschmer, 43 Jahre, Schilder und Leuchtreklame Hersteller, Tim Scheube, 35 Jahre, PG-Cutter und Werbetechniker, Sabine Tallarn, 28 Jahre, Künstlerin / Designerin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wisseswertes, Anleitungen und Ratgeber zu Schablonen, Malerei, Bastelarbeiten und Dekoration.

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