Rosteffekte erzeugen – so geht’s

Rosteffekte erzeugen – so geht’s 

Mit einer Eisengrundierung und einer Oxidationslösung lassen sich herrliche Rosteffekte erzeugen. Wie das geht? Hier ist die Anleitung!

Wenn Eisen oxidiert, entsteht Rost. Dieser Vorgang dauert seine Zeit und ist bei Alltags- oder Gebrauchsgegenständen oft alles andere als erwünscht. Doch wenn es um künstlerische Arbeiten geht, können Rosteffekte für eine tolle Optik sorgen.

Im Bastel- und Künstlerbedarf ist gebrauchsfertige Rostpaste erhältlich. Im Prinzip handelt es sich bei dieser Paste aber lediglich um eine Strukturpaste mit Farbpigmenten, die Rost imitiert und echtem Rost deshalb optisch nur ähnelt. Doch es gibt eine andere Möglichkeit, wie herrliche Rosteffekte erzeugt werden können. Dazu werden eine eisenhaltige Grundierung und eine Oxidationslösung benötigt. Auch diese beiden Produkte sind im Bastelbedarf erhältlich. Und das Schöne ist, dass sie Rost nicht nur nachahmen, sondern echten Rost entstehen lassen. 

 

Rosteffekte erzeugen – das wird benötigt

Im Bastelbedarf sind verschiedene Produkte erhältlich, mit denen sich Rost und Patina erzeugen lassen. Dabei gliedern sich die Produkte in zwei Gruppen. Die erste Gruppe bilden die Grundierungen, die es als Eisen-, Gold-, Bronze- und Kupfergrundierungen gibt. Die zweite Gruppe sind die Oxidationslösungen. Sie sind als blaue und grüne Patina erhältlich. Das Prinzip ist, dass zuerst die Grundierung aufgetragen wird. Damit Rosteffekte entstehen, muss es übrigens die eisenhaltige Grundierung sein. Anschließend kommen die Oxidationslösungen dazu, die den Rostvorgang einleiten.

Als Untergrund für diese Technik können die verschiedensten Materialen verwendet werden. Pappkarton oder Holz beispielsweise sind genauso möglich wie Metall und Kunststoff. Die folgende Anleitung erklärt die Technik auf Leinwand. Bei den anderen Materialien bleibt die Vorgehensweise aber gleich.

 

Für ein rostiges Keilrahmenbild werden also folgende Materialien benötigt:

  • ·         Leinwand (auf Keilrahmen)
  • ·         Acrylfarbe
  • ·         Strukturpaste
  • ·         Spachtel und Pinsel
  • ·         Eisengrundierung
  • ·         Oxidationslösungen Patina Blau und Patina Grün
  • ·         älterer Flachpinsel
  • ·         Handschuhe
  • ·         reichlich Folie oder Zeitungspapier als Schutz für den Arbeitsplatz
  • ·         Plastikbecher, Sprühflasche, Pipette und Ähnliches nach Wunsch

 

Rosteffekte erzeugen – so geht’s

Schritt 1: die Leinwand vorbereiten

Der Rosteffekt kommt am besten zur Geltung, wenn der Untergrund Strukturen aufweist. Deshalb kann zunächst etwas Strukturpaste auf die Leinwand gegeben und der Untergrund damit strukturiert werden. Zwingend notwendig ist das aber nicht.

Ist die Strukturpaste trocken, wird die komplette Fläche mit Acrylfarbe grundiert. Der Farbton spielt dabei keine Rolle. Die Grundierung soll nur sicherstellen, dass die Leinwand nicht zu viel von der Eisengrundierung aufsaugt. Die Leinwände, die im Hobbybedarf gebrauchsfertig und auf Keilrahmen aufgespannt angeboten werden, sind zwar schon grundiert. Um sicherzugehen, kann eine zusätzliche Schicht Acrylfarbe aber nicht schaden. Auch die Grundierung mit Acrylfarbe muss dann wieder trocknen.

 

Schritt 2: den Arbeitsplatz einrichten

Bevor es weitergeht, sollte der Arbeitsbereich großzügig mit Zeitungspapier oder Folie abgedeckt werden. Außerdem ist es ratsam, Handschuhe anzuziehen, wenn mit den Lösungen hantiert wird. Später muss die Leinwand flach auf der Arbeitsfläche liegen. Andernfalls fließen die ganzen Lösungen vom Bild.

 

Schritt 3: die Eisengrundierung auftragen

Nun wird die Flasche mit der Eisengrundierung mehrere Minuten lang gut durchgeschüttelt. Wenn die Flasche steht, lagern sich die Eisenpartikelchen nämlich am Boden ab. Wer möchte, kann etwas von der Eisengrundierung in einen Becher oder ein anderes Gefäß umfüllen. So lässt sich die Grundierung mit dem Pinsel besser aufnehmen.

Die eisenhaltige Grundierung wird jetzt mit einem Flachpinsel auf die Leinwand aufgetragen. Da der Pinsel später zum Malen nicht mehr unbedingt verwendet werden kann, ist es gut, einen älteren Pinsel zu nehmen. An den Stellen, an denen die Grundierung aufgetragen wurde, erscheint später der Rost. Und je dicker die Grundierung aufgetragen wird, desto stärker sind die Effekte. Deshalb kann die Grundierung ruhig mal dicker und mal dünner aufgebracht werden. Werden mehrere Schichten Grundierung übereinandergelegt, sollten die einzelnen Schichten zwischendurch jeweils trocknen. Ist der Auftrag fertig, muss die Grundierung komplett durchtrocknen. 

 

Schritt 4: die Oxidationslösungen aufbringen

Die Oxidationslösungen sind dafür zuständig, dass der Rost entsteht. Sie können mit einem Pinsel aufgetragen werden. Eine andere Möglichkeit ist, die Lösungen in leere Sprühflächchen oder Pipetten umzufüllen.

Begonnen wird nun mit der grünen Patinalösung. Sie wird großzügig auf den gesamten Malgrund aufgetragen. Dabei darf der Malgrund ruhig richtig nass sein und es dürfen sich auch Pfützen bilden. Damit die Brühe nicht vom Bild läuft, ist aber wichtig, dass es wirklich flach auf der Arbeitsfläche liegt. Die grüne Patinalösung lässt einen rötlichen Rost entstehen.

Ist die grüne Patinalösung aufgetragen, geht es mit der blauen Patinalösung weiter. Sie wird auf den noch nassen Malgrund aufgebracht. Die blaue Patinalösung ergibt einen gelblichen Rost. Deshalb ist es ratsam, die blaue Patinalösung nur stellenweise aufzubringen. So entstehen lebendigere Effekte.

Wer möchte, kann nun noch weiter mit den Lösungen experimentieren und im Wechsel mal hier und mal dort etwas davon auftragen. Danach muss das Bild flach im Liegen trocknen. Schon kurze Zeit später fängt die Rostbildung langsam an. In den nächsten Stunden wird sich das Motiv nun ständig verändern, bis es schließlich seine endgültige Optik angenommen hat. Damit ist das einzigartige Rostbild dann auch fertig!

 

Ein Hinweis zum Schluss

Natürlich muss nicht die ganze Leinwand zu einer rostigen Fläche werden. Die Rosteffekte lasen sich auch stellenweise in ein Bild integrieren. Da es sich um echten Rost handelt, wird die Oberfläche aber nie abriebfest sein. Deshalb sollte die Oberfläche möglichst nicht angefasst werden. Möglich ist auch, ein Firnis oder einen Acryllack aufzutragen. Dies sollte aber sparsam geschehen, damit die matte, puderige Rostoptik erhalten bleibt. Wird das Bild aufgehängt, sollte außerdem geprüft werden, ob der Rost bis auf die Rückseite durchgeschlagen hat. Falls ja, sollte der Keilrahmen mit etwas Filz beklebt werden, um die Wand zu schützen.

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