Anleitung: Herbstlaub richtig konservieren

Anleitung: Herbstlaub richtig konservieren

Buntes Herbstlaub eignet sich prima als Bastelmaterial. Damit die Blätter verarbeitet werden können und die herrlichen Herbstfarben erhalten bleiben, sollte das Laub aber gepresst und konserviert werden.

Ein Spaziergang ist eine gute Gelegenheit, um sich kostenfrei mit Bastelmaterial für die nächsten Bastelarbeiten einzudecken. Denn die Natur hält allerlei Blätter, Gräser, Äste und Früchte bereit.

Die Naturmaterialien können dann beispielsweise als Deko zum Einsatz kommen, zu Gestecken arrangiert, als Schablonen verwendet oder als Stempel für natürliche Muster genutzt werden. Dabei lohnt sich ein Spaziergang vor allem im Herbst. Wenn sich das Laub bunt verfärbt, ist die Auswahl an Blättern in unterschiedlichen Formen und Farben nämlich besonders groß.

Ohne weitere Behandlung würden die Naturmaterialien aber nicht sehr lange halten. Das Herbstlaub würde vielmehr recht schnell austrocknen, seine Farbe verlieren und sich zusammenkräuseln. Damit das nicht passiert, sollte das Herbstlaub zuerst gepresst werden. Drei Möglichkeiten dafür haben wir in einem separaten Beitrag vorgestellt.

Durch das Pressen ist das Herbstlaub haltbar. Allerdings ist damit noch nicht sichergestellt, dass die wunderbaren Herbstfarben ebenfalls erhalten bleiben. Im nächsten Schritt ist es deshalb sinnvoll, das gepresste Herbstlaub zu konservieren. Durch das Konservieren behält das Herbstlaub nicht nur seine Farbe, sondern die Farben werden sogar noch etwas intensiver.

 

Herbstlaub richtig konservieren

Nach dem Pressen ist das Herbstlaub trocken. Vor allem bei buntem Herbstlaub macht es aber Sinn, die Blätter zusätzlich zu konservieren. Dadurch bleiben die schönen Farben bestehen und werden sogar noch etwas kräftiger.

Gleichzeitig wird das Naturbastelmaterial robuster und die Gefahr, dass es beim Verarbeiten kaputt geht, sinkt. Um das Herbstlaub zu konservieren, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Zwei davon stellen wir in den folgenden Anleitungen vor:

 

  1. Anleitung: Glycerin

Glycerin ist ein natürliches Mittel, das in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommt. So wird es beispielsweise in Kosmetika verarbeitet oder kann verwendet werden, um die Trocknungszeit von Acrylfarben zu verlängern. Und auch um getrocknetes Herbstlaub zu konservieren, ist es bestens geeignet. Erhältlich ist Glycerin in der Apotheke, in der Drogerie, manchmal im Kunst- und Bastelbedarf und natürlich im Internet. Fürs Konservieren werden folgende Utensilien benötigt:

  • 265 ml flüssiges Glycerin
  • 1 l Wasser
  • flaches Gefäß
  • Teller oder Deckel zum Beschweren

Zuerst werden das Glycerin und das Wasser in ein flaches Gefäß geschüttet und miteinander vermischt. Bei einer größeren Menge an Herbstlaub können die Mengen einfach erhöht werden, um mehr Glycerinlösung zu erhalten.

Das gepresste Herbstlaub wird dann in die Lösung gelegt. Um zu verhindern, dass das Laub an die Oberfläche steigt, wird ein Teller, ein Topfdeckel oder ein ähnlicher Gegenstand auf die Blätter gelegt. Anschließend wird das Gefäß für ein paar Tage zur Seite gestellt. Ein besonderer Platz ist dabei nicht erforderlich. Das Gefäß sollte lediglich trocken und nicht in der prallen Sonne stehen. Je nach Größe und Menge der Blätter sollte die Einwirkzeit vier bis sechs Tage andauern.

Während das Herbstlaub in der Lösung liegt, zieht das Glycerin in die Blätter ein. Das hat zwei Effekte. Der erste Effekt ist, dass die Farben dadurch kräftiger werden. So verwandelt sich ein blasses Gelb in ein strahlendes Gelb und Orange- und Rottöne werden zu einem intensiven Rostrot. Der zweite Effekt ist, dass das Herbstlaub durch das Glycerin biegsamer wird und sich geschmeidiger anfühlt. Dadurch lassen sich die Blätter prima verarbeiten.

Aber Achtung: Das Konservieren mit Glycerin klappt nur, wenn das Herbstlaub noch keinen Frost abbekommen hat.

 

  1. Anleitung: Wachspapier

Wachspapier ist eine weitere Möglichkeit, um buntes Herbstlaub zu konservieren. Das Wachs legt sich nämlich wie ein dünner Schutzfilm um die Blätter. Für diese Methode werden folgende Materialien benötigt:

  • Wachspapier
  • Kopierpapier
  • Bügeleisen
  • Schere
  • Handschuhe

Damit sich das Wachs im Wachspapier um das Herbstlaub legt, muss es aufgeschmolzen werden. Diese Arbeit übernimmt das Bügeleisen. Allerdings ist Wärme im Spiel. Deshalb ist es ratsam, Handschuhe anzuziehen, um die Hände zu schützen.

Zunächst wird die Arbeitsfläche mit Kopierpapier ausgelegt. Auf das Kopierpapier wird eine Lage Wachspapier gelegt und darauf werden die getrockneten Blätter verteilt. Wichtig ist, dass die Blätter mit etwas Abstand nebeneinander liegen, sich also nirgends berühren. Anschließend wird das Herbstlaub mit einer zweiten Lage Wachspapier abgedeckt. Zum Schluss kommt noch einmal eine Lage Kopierpapier über das Wachspapier. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Wachspapier wirklich komplett mit dem Kopierpapier abgedeckt ist. Andernfalls würde das Bügeleisen am Wachs haften bleiben.

Nun wird das Bügeleisen mit abgeschalteter Dampffunktion auf mittlere Hitze eingestellt. Dann wird etwa drei Minuten lang über die Fläche gebügelt. Damit nichts anbrennt, muss das Bügeleisen dabei die ganze Zeit über in Bewegung gehalten werden. Das Bügeleisen wird also nicht auf eine Stelle aufgesetzt und angedrückt, sondern es wird konstant hin- und hergefahren. Nach etwa drei Minuten wird das Ganze gewendet und die andere Seite ebenfalls drei Minuten lang gebügelt.

Nach dem Bügeln muss abgewartet werden, bis das Wachs erkaltet und wieder fest geworden ist. Bei diesem Abkühlen verbindet sich das Wachs mit dem Herbstlaub und umschließt es gleichzeitig. Das Abkühlen dauert aber nur ein paar Minuten. Ist das Wachs fest, können die Blätter mit der Schere ausgeschnitten werden. Ratsam dabei ist, rundherum einen schmalen Wachsrand stehen zu lassen. Dadurch sind die Blätter perfekt versiegelt.

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