Anleitungen: Herbstlaub richtig pressen

Anleitungen: Herbstlaub richtig pressen

Buntes Herbstlaub ist ein tolles Bastelmaterial. Und richtig gepresst und konserviert, bleiben sogar die leuchtenden Farben erhalten.

Bei einem Spaziergang durch den Wald oder einen Park kann sich der Bastelfan herrliches Material für seine nächsten Bastelprojekte besorgen. Die Blätter der Bäume und Sträucher haben die verschiedensten Formen und die unterschiedlichsten Farben.

Deshalb eignen sie sich gut zum Dekorieren, aber auch als Stempel für natürliche Muster oder als Schablonen. Dabei kann Laub zwar das ganze Jahr über gesammelt werden. Doch vor allem im Herbst, wenn sich das Laub bunt verfärbt, hält die Natur besonders viele schöne Blätter bereit.

Allerdings kann die Ausbeute nicht einfach so verarbeitet werden. Denn die Blätter würden austrocknen, sich gelbbraun verfärben und müssten schon nach kurzer Zeit entsorgt werden. Deshalb muss das Herbstlaub gepresst werden. Anschließend kann es so konserviert werden, dass die strahlenden Herbstfarben nicht nur erhalten bleiben, sondern sogar noch leuchtender werden. Für das Pressen und Konservieren gibt es mehrere Möglichkeiten.

Hier sind deshalb auch gleich mehrere Anleitungen!

 

Herbstlaub richtig pressen

Um das gesammelte Herbstlaub in ein haltbares Bastelmaterial zu verwandeln, stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Die klassische Methode ist sicherlich das Pressen in einem dicken Buch. Daneben kann es in einer selbstgebauten Blätterpresse oder in der Mikrowelle getrocknet werden.

 

  1. Anleitung: dickes Buch

Ein echter Klassiker ist das Pressen von Herbstlaub in einem dicken Buch. Dafür werden

  • ein dickes Buch als Presse,
  • mehrere Blätter Papier und
  • weitere schwere Bücher

benötigt. Als Blätterpresse sollte am besten ein altes, nicht mehr unbedingt benötigtes Buch verwendet werden. Denn durch die Feuchtigkeit, die beim Pressen aus dem Laub austritt, können Flecken und wellige Stellen im Buch zurückbleiben.

Zuerst wird das Papier so zugeschnitten, dass es ins Buch passt. Nachdem das Buch aufgeschlagen ist, werden zwei Blätter Papier hineingelegt. Auf diesem Papier kann das Herbstlaub verteilt werden. Das Herbstlaub sollte sich aber nicht berühren, sondern mit etwas Abstand nebeneinander liegen. Ratsam ist außerdem, das Herbstlaub eher in Richtung Buchmitte auszulegen. Dadurch wird es gleichmäßiger gepresst als am Buchrand. Das Laub wird dann mit zwei weiteren Blättern Papier abgedeckt. Nun kann das Buch vorsichtig zugeklappt werden.

Das Buch wird an einen trockenen, warmen Ort gebracht und mit mehreren weiteren Büchern oder anderen Gegenständen beschwert. Bis das Laub trocken ist, vergehen drei bis sechs Wochen. In dieser Zeit sollte das Papier wöchentlich ausgetauscht werden, um die Feuchtigkeit möglichst gering zu halten.

 

  1. Anleitung: Blätterpresse

Blätter- und Blumenpressen sind im Bastelbedarf erhältlich. Doch eine Blätterpresse lässt sich auch ganz einfach selbst bauen. Für die Presse und das anschließende Pressen werden folgende Materialien benötigt:

  • 2 Holzbretter, mindestens 2 cm stark, im gewünschten Format
  • 4 Schrauben mit 4 passenden Flügelmuttern und 8 Unterlegschreiben
  • Bohrmaschine
  • 2 Stücke Pappkarton und mehrere Blätter Papier im Format der Blätterpresse

Als erstes wird die Blätterpresse gebaut. Dafür müssen die beiden Holzbretter mit je vier Löchern in den Ecken ausgestattet werden. Durch diese Löcher werden die beiden Bretter später zur Presse miteinander verbunden. Deshalb müssen die Löcher exakt übereinanderliegen. Das gelingt am einfachsten, indem die Löcher zuerst in ein Brett gebohrt werden. Anschließend wird dieses Brett auf das andere Brett gelegt. So können die Positionen der Bohrlöcher exakt übertragen werden.

Sind die Löcher gebohrt, kann die Blätterpresse auch schon zusammengebaut und befüllt werden. Dazu wird auf jede Schraube eine Unterlegscheibe aufgefädelt. Anschließend werden die vier Schrauben von unten durch das erste Brett gesteckt. Nun wird ein Stück Pappkarton auf das Brett gelegt. Die Pappe schützt das Holz. Auf die Pappe werden zwei Blätter Papier gelegt. Dann kann das erste Laub auf dem Papier verteilt werden. Wichtig dabei ist, dass das Laub nebeneinander, aber nicht übereinanderliegt.

Ist die Fläche ausgefüllt und soll eine größere Menge Herbstlaub auf einmal gepresst werden, wird die erste Lage Laub mit zwei Blättern Papier abgedeckt. Dann kann das nächste Laub eingelegt werden. Danach folgen wieder zwei Lagen Papier als Trennschicht, dann erneut Laub und so weiter. Die oberste Lage Laub wird mit zwei Blättern Papier und dem zweiten Stück Pappkarton abgedeckt.

Nun wird die Presse geschlossen. Dazu wird das zweite Holzbrett auf die Schrauben aufgefädelt und nach unten gedrückt. Dann werden vier Unterlegscheiben auf die Schrauben gesetzt und die Flügelmuttern aufgeschraubt. Die Muttern werden dabei so fest wie möglich angezogen.

Der Pressvorgang ist damit gestartet und nun heißt es abwarten. Je nach Größe und Menge des Herbstlaubs dauert es eine bis sechs Wochen, bis das Laub trocken ist. Ratsam ist, den Fortschritt einmal pro Woche zu kontrollieren und bei dieser Gelegenheit auch das Papier auszutauschen.

 

  1. Anleitung: Mikrowelle

Wer nicht die Geduld hat, mehrere Wochen abzuwarten, bis sein Herbstlaub in einer Blätterpresse oder in einem Buch getrocknet ist, kann mit der Mikrowelle arbeiten. Hier ist das Herbstlaub schon nach wenigen Minuten bastelfertig. Auch in der Mikrowelle muss das Herbstlaub aber in eine Presse gesteckt werden. Dafür sind folgende Utensilien notwendig:

  • 2 flache Teller oder Fliesen aus Keramik
  • 2 Gummibänder
  • 2 Stücke Pappkarton und vier Blätter Papier im Format der Keramikteller oder -fliesen
  • Topflappen

Für die Presse wird ein Teller oder eine Fliese genommen und mit einem Stück Pappkarton und zwei Blättern Papier abgedeckt. Auf dem Papier wird nun das Herbstlaub so verteilt, dass es nebeneinander liegt und sich nirgends berührt. Das Laub wird dann mit zwei weiteren Blättern Papier und dem zweiten Stück Pappkarton abgedeckt. Anschließend wird der zweite Teller oder die zweite Fliese aufgelegt und das Ganze mit den Gummibändern sicher fixiert.

Die befüllte Presse wird jetzt in die Mikrowelle gegeben und eine Minute lang auf der höchsten Stufe erhitzt. Dann kann kontrolliert werden, ob die Blätter schon trocken sind. Falls nicht, wird die Presse für weitere 30 Sekunden in die Mikrowelle gegeben. Dieses 30-Sekunden-Verfahren wird solange wiederholt, bis sich das Laub trocken anfühlt.

Wichtig dabei ist aber, wirklich Keramikteller oder -fliesen zu verwenden. Metallgegenstände jeglicher Art haben in der Mikrowelle nicht zu suchen! Zudem sollten unbedingt Topflappen zum Einsatz kommen, denn die Presse wird sehr heiß.

Das gepresste Herbstlaub könnte nun verarbeitet werden. Allerdings ist damit noch nicht sichergestellt, dass die schönen Herbstfarben lange erhalten bleiben. Wie das gepresste Herbstlaub schön bunt bleibt und sogar noch etwas farbintensiver wird, erklären wir im 2. Teil dieses Beitrags.

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