Infos rund um Bernstein

Infos rund um Bernstein

 

Schon in der Antike wurde mit Bernstein gehandelt und bis heute erfreut sich Bernstein unter Schmuckliebhabern großer Beliebtheit. Die vielen Farbschattierungen, die natürlichen Muster und die herrlichen Bilder, die entstehen, wenn Licht durch Bernstein hindurchschimmert, sind das, was den Schmuckstein so besonders macht. Zudem ist Bernstein erstaunlich leicht und fühlt sich angenehm warm an.

Bernstein wird eine beruhigende und schmerzstillende Wirkung nachgesagt, was ihn auch als Heilstein interessant macht. Hinzu kommen zahlreiche Mythen, Sagen und Legenden, die Bernstein ein wenig geheimnisvoll wirken lassen. Aber was ist Bernstein eigentlich genau? In welchen Farben kommt er vor? Und wie wird trüb gewordener Bernstein wieder klar?

 

Hier interessante und wissenswerte Infos rund um Bernstein in der Übersicht:

 

Was Bernstein ist

Bei Bernstein handelt es sich um fossiles Harz. Kiefern und andere Nadelhölzer produzieren Harz, um auf diese Weise Wunden zu verschließen. Außerdem schützen sie sich mit dem Harz vor Insekten. Das ausgetretene Baumharz härtet an der Luft sehr schnell aus. In den verschiedenen Epochen ihrer Entwicklungsgeschichte hat sich die Erde immer wieder stark verändert.

Ganze Landstriche wurden überflutet und versanken in tiefen Meeren. In Sedimentschichten weit unter der Erdoberfläche wurden die einstigen Kiefernwälder dann von Sand und neu entstandenen Gesteinsschichten zugeschüttet. Der hohe Druck führte schließlich dazu, dass das Baumharz vollständig aushärtete und sich in Bernstein verwandelte. Weil Bernstein also ein fossiles Harz und kein mineralischer Stein ist, wird Bernstein zwar als Schmuckstein bezeichnet, aber nicht zu den Edelsteinen gezählt.

Fossile Harze stammen aus verschiedenen Epochen der Erdgeschichte. So gibt es Bernsteine, die über 300 Millionen Jahre alt sind. Der überwiegende Teil der Bernsteine ist aber im Tertiär und damit vor ungefähr 55 Millionen Jahren entstanden.

Harze, die noch nicht völlig ausgehärtet sind und sich deshalb noch nicht zu echtem Bernstein ausgebildet haben, werden Kopal genannt. Solche Harze sind höchstens ein paar Jahrtausende alt und sind oft in tropischen Flüssen zu finden. Von Bernstein wird gesprochen, wenn ein fossiles Harz mindestens eine Million Jahre alt ist.

 

Wo Bernstein vorkommt

Mit Ausnahme von den Polarregionen kann Bernstein grundsätzlich überall auf der Welt vorkommen. Die größten Bernsteinvorräte liegen aber in der Ostsee. Schätzungen gehen davon aus, dass fast 90 Prozent des weltweiten Bernsteinvorkommens hier zu finden sind.

Der Bernstein, der an der Ostseeküste gewonnen wird, wird auch als Baltischer Bernstein bezeichnet. Bernstein wird aber auch fernab der Ostsee abgebaut, so unter anderem in England, in Spanien, im Libanon, in Japan, auf Madagaskar, in Mexiko oder in der Dominikanischen Republik.

 

Welche Farben Bernstein haben kann

Im deutschen Sprachgebrauch gibt es die Vokabel bernsteinfarben als Bezeichnung für einen Farbton. Tatsächlich kommt Bernstein aber in den verschiedensten Farbschattierungen von einem hellen Gelb bis hin zu einem satten, dunklen Braun vor.

In poliertem Zustand schimmert Bernstein in Farbtönen zwischen Goldgelb und Honigfarben. Viele eingeschlossene Luftbläschen lassen einen Bernstein gelblich und trüb aussehen. Je nach Herkunft kann Bernstein aber noch andere Farben haben. So ist Bernstein, der in eisenhaltigem Sediment gelagert war, rot.

Durch Pyrit, auch bekannt als Schwefelkies oder Katzengold, verfärbt sich Bernstein grünlich. Mineralische Einschlüsse können dem Bernstein eine elfenbeinfarbene Optik verleihen. Bernstein aus der Dominikanischen Republik wiederum schimmert blau. 

 

Welche besonderen Eigenschaften Bernstein hat

Eine Besonderheit von Bernstein ist sein sehr geringes Gewicht. Mit kaum mehr als einem Gramm pro Kubikzentimeter ist Bernstein nur minimal schwerer oder dichter als Wasser. Dies hat zur Folge, dass Bernstein in Süßwasser zu Boden sinkt, in Salzwasser hingegen an der Oberfläche schwimmt.

Bei starkem Wellengang durch ein Gewitter oder einen Sturm wird der Bernstein deshalb im Wasser aufgewirbelt und an den Strand gespült. Die Bernsteinstückchen, die nach rauem Wetter an die Küste geschwemmt werden, sind aber meistens nicht sehr groß. Es handelt sich nämlich um Stückchen, die von größeren Bernsteinen abgesplittert sind. Meist haben die Stückchen deshalb ungefähr die Größe von Kieselsteinen. Größere Bernsteinstücke sind eher die Ausnahme.

Eine weitere Besonderheit von Bernstein ist, dass er durch Reibungshitze elektrostatisch aufgeladen werden kann. Wenn beispielsweise mit einem Wolltuch über einen trockenen und glatten Bernstein gerieben wird, zieht er wie ein Magnet Papierschnipsel an.

Die alten Griechen nannten den Bernstein aufgrund dieser Eigenschaft elektron. Im Unterschied dazu hieß der Bernstein bei den alten Römern succinum, was übersetzt Saft bedeutet. Die Germanen bezeichneten Bernstein als glasaz oder glaesum und damit als Glas. Der heutige Name Bernstein hat sich aus Brennstein entwickelt und geht auf das mittelniederdeutsche bernen für brennen zurück. Auch dieser Name begründet sich in einer Besonderheit von Bernstein. Bernstein ist nämlich brennbar.

Schon ein herkömmliches Streichholz reicht aus, um Bernstein zu entzünden. Wenn Bernstein verbrennt, verströmt das Harz einen sehr aromatischen Geruch. Aus diesem Grund wurde Bernstein früher manchmal auch als Ersatz für Weihrauch verwendet.

 

Wie trüber Bernstein klar wird

Manchmal ist Bernstein milchig-trüb. Der Grund dafür sind viele winzig kleine Luftbläschen, die im Bernstein eingeschlossen sind. Wirkt große Hitze auf den Bernstein ein, entweichen die Lufteinschlüsse und verdampfen. Im Ergebnis wird der Bernstein klar. Schon die Römer wussten um diese Möglichkeit und kochten trübe Bernsteine im Fett von Spanferkeln aus.

Heute wird Rüböl verwendet, um Bernstein zu klären. Mit herkömmlichem Speiseöl funktioniert das Verfahren aber auch. Um trüben Bernstein zu klären, wird das Öl bis zum Siedepunkt erhitzt. Der Bernstein wird dann in das siedende Öl gegeben. Ähnlich wie bei einer Brausetablette steigen daraufhin viele kleine Bläschen auf. Wenn nichts mehr sprudelt, sind alle Luftbläschen entwichen und der Bernstein ist (wieder) durchsichtig.

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