7 Fragen zum Upcycling

7 Fragen zum Upcycling

Kleidung, Möbel, Geräte, Geschirr, Deko und viele andere Gegenstände im Haushalt: Nicht alles, was alt oder kaputt ist oder nicht mehr gebraucht wird, muss gleich entsorgt werden. Oft lässt sich aus solchen Dingen noch etwas Schönes herstellen. Der Trend, verschiedenste Gegenstände zu nutzen, aufzuwerten und ihnen so ein zweites Leben zu schenken, nennt sich Upcycling. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Wie funktioniert es? Und ist das Ganze überhaupt sinnvoll?

7 Fragen zum Upcycling

Wir beantworten sieben Fragen zum Upcycling!:

  1. Was genau ist Upcycling?

Die Idee hinter dem Upcycling ist, einem alten, leicht beschädigten oder so nicht mehr benötigten Gegenstand zu einem zweiten Lebenszyklus – cycling – zu verhelfen und ihn in diesem Zuge nebenbei auch aufzuwerten – up.

Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Letztlich kann bei jedem Gegenstand, für den es eigentlich keine Verwendung mehr gibt, überlegt werden, ob sich daraus nicht doch noch etwas Nützliches oder Dekoratives herstellen lässt.

Der Ablauf beim Upcycling ist dann so:

  • Angenommen, im Schrank findet sich ein T-Shirt, das nicht mehr getragen wird. Zum Beispiel weil es ausgeleiert ist, irgendwo einen Fleck hat oder nicht mehr passt.

  • Weil das T-Shirt eine schöne Farbe hat, toll gemustert ist oder einfach Erinnerungen dranhängen, soll es nicht in den Müll. Stattdessen soll es künftig als Einkaufsbeutel zum Einsatz kommen.

  • Im Internet ist schnell eine passende Anleitung gefunden.

  • Also wird das T-Shirt, wie in der Anleitung beschrieben, zerschnitten und vernäht. Wenige Handgriffe später ist der neue Stoffbeutel fertig.

  1. Worin liegt der Unterschied zwischen Upcycling und Recycling?

Das Upcycling ist eine Variante vom Recycling. In beiden Fällen werden Gegenstände oder Produkte wiederverwendet. Der entscheidende Unterschied ist aber die Art, wie die Aufbereitung erfolgt.

Beim Recycling werden Produkte in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt und die Rohstoffe anschließend aufbereitet und wiederverwendet. So wird zum Beispiel Altglas eingeschmolzen und zu neuen Flaschen verarbeitet, Altmetalle werden geschmolzen und in neue Formen gepresst und aus Altpapier wird neues Papier hergestellt. Hinter dem Recycling steht somit prinzipiell ein industrieller Prozess.

Im Unterschied dazu werden beim Upcycling ausgediente Produkte bearbeitet, um sie anschließend in einer anderen Form zu verwenden als ursprünglich vorgesehen.

So verwandelt sich zum Beispiel eine leere Konservendose in ein Windlicht, eine Milchtüte in einen Blumentopf, Altpapier in Schmuck, ein alter Autoreifen in einen Hocker oder ein ausgemustertes Hemd in einen Kissenbezug. Dabei ist das Upcycling nicht in der Industrie, sondern hauptsächlich im kreativen DIY-Bereich zu Hause.

  1. Was spricht fürs Upcycling?

Es ist grundsätzlich sinnvoll, Produkte so lange wie möglich zu verwenden. Denn auf diese Weise werden Ressourcen eingespart und weniger Müll produziert. Das schont die Umwelt und das Klima.

Upcycling trägt dazu bei, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und ihnen außerdem eine neue Bestimmung zu geben. Es sensibilisiert für ein nachhaltiges Konsumverhalten und entlastet den Geldbeutel.

Hinzu kommt, dass es viel Spaß macht, kreativ zu werkeln. Das Basteln fördert die Phantasie und die Motorik. Durch das Upcycling entstehen neue, individuelle und originelle Dinge, die echte Unikate sind, ohne dass extra besonderes Bastelmaterial besorgt werden muss. Denn verarbeitet werden ja gerade die Gegenstände, die ohnehin schon vorhanden sind.

  1. Wann macht Upcycling Sinn?

Nicht jedes Material lässt sich wiederverwenden und nicht jeder Gegenstand wird durch das Upcycling tatsächlich aufgewertet.

Bevor das Basteln beginnt, sollte zunächst überprüft werden, woraus das Produkt besteht. Enthält es schädliche Inhaltsstoffe, eignet es sich nicht als Bastelmaterial. Eine andere Überlegung ist, ob der Gegenstand repariert werden kann.

Hat zum Beispiel ein Kleidungsstück nur ein kleines Loch, kann es sinnvoller sein, diesen Fehler zu beheben und das Kleidungsstück weiterhin zu nutzen, als es gleich in Stücke zu schneiden.

Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob das neue Produkt überhaupt benötigt wird. Wenn durch das Upcycling Dinge entstehen, die auch nur unnütz herumliegen, ist die Arbeit umsonst. Dann kann es sinnvoller sein, die ausgemusterten Dinge als Bastelmaterial zu verschenken, zu spenden oder zu verkaufen.

  1. Ist Upcycling immer nachhaltig?

Mittels Upcycling ein neues Produkt herzustellen, ist auf jeden Fall nachhaltiger, als den Gegenstand zu entsorgen. Außerdem trägt das Upcycling zu einem bewussteren Konsum bei. Voraussetzung ist aber, dass das neu entstandene Produkt Verwendung findet.

Außerdem spielt eine Rolle, wie das Projekt umgesetzt wird. Müssen für die Bastelarbeit viele zusätzliche Materialien gekauft werden, ist das Upcycling unter Umständen auch nicht viel nachhaltiger, als gleich ein neues Produkt zu besorgen.

  1. Ist Upcycling gleichbedeutend mit einer Reparatur?

Upcycling ist etwas anderes als eine Reparatur. Eine Reparatur verfolgt das Ziel, einen Defekt zu beheben, damit der Gegenstand wieder wie vorgesehen genutzt werden kann. Der Zweck des Gegenstands ändert sich dabei nicht.

Im Unterschied dazu wird ein Gegenstand beim Upcycling gewissermaßen zweckentfremdet. Er wird so bearbeitet, dass er in anderer Form verwendet werden kann. Zwar kann es auch beim Upcycling notwendig werden, kleinere Defekte zu beseitigen. Doch das Ziel ist nicht, den Gegenstand wieder instand zu setzen, sondern daraus etwas Neues entstehen zu lassen.

  1. Was ist Downcycling?

Im ersten Moment könnte die Vermutung aufkommen, dass Downcycling das Gegenteil von Upcycling ist. Das stimmt aber nicht. Vielmehr wird der Begriff teilweise im Zusammenhang mit dem Recycling verwendet. Gemeint ist damit, dass viele Materialien nach einem Recycling nicht mehr die gleiche Qualität aufweisen. So ist zum Beispiel recyceltes Papier oft etwas matter und gräulicher.

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Mario Kretschmer, 43 Jahre, Schilder und Leuchtreklame Hersteller, Tim Scheube, 35 Jahre, PG-Cutter und Werbetechniker, Sabine Tallarn, 28 Jahre, Künstlerin / Designerin, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wisseswertes, Anleitungen und Ratgeber zu Schablonen, Malerei, Bastelarbeiten und Dekoration.

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