Anleitung zum Gravieren

Anleitung zum Gravieren 

Muster, Ornamente, Verzierungen oder Schriften müssen nicht immer nur mithilfe von Schablonen aufgemalt werden.

Ganz besondere Effekte entstehen auch dann, wenn diverse Gegenstände graviert werden und die auf diese Weise gestalteten Gläser, Vasen, Schalen oder Schmuckschatullen eignen sich hervorragend für eine individuelle Dekoration oder als sehr persönliche Geschenke.

 

Durch Gravuren werden Muster und Verzierungen in feste Werkstoffe geschnitten. Dabei lassen sich die unterschiedlichsten Werkstoffe gravieren, Glas und Holz beispielsweise genauso wie Metall oder Stein.

Durch das Einritzen der Motive ergibt sich eine Oberflächenstruktur, die sich vom Hintergrund abhebt, und wer die Vertiefungen später noch betonen möchte, kann zusätzlich mit einer Farbpaste arbeiten, die in die Gravur eingebracht wird.

Klassischerweise wurde früher von Hand graviert, das Gravierwerkzeug wird als Stichel bezeichnet. Ein Stichel besteht aus einem kurzen Holzheft und einem Stahlstift, der rautenförmig geschliffen ist. Gehalten wird ein Stichel im Grunde genommen wie ein Stift und so über die jeweilige Fläche geführt, dass das Motiv herausgekratzt wird.

Deutlich einfacher ist es jedoch, mit einem elektrischen Gravurgerät zu arbeiten. Ein solches Gravurgerät ist nicht sehr teuer und wird als Set mit unterschiedlichen Aufsätzen angeboten. Durch die unterschiedlichen Aufsätze können zum einen Linien in verschiedenen Stärken gearbeitet und zum anderen unterschiedliche Werkstoffe verziert werden.

Wichtig ist jedoch, die richtige Drehstärke einzustellen. Ist die Drehstärke zu hoch, ist es nicht möglich, saubere Linien zu ziehen, ist die Drehstärke zu niedrig, wird zuviel Druck auf den Werkstoff ausgeübt und dieser könnte dadurch brechen oder reißen.

Allerdings klingt das Gravieren in der Theorie sehr viel schwieriger als es ist und nach den ersten Versuchen sind die richtigen Einstellungen kein Problem mehr.

  

Grundlegende Anleitung: so funktioniert Gravieren auf Holz

 

Wer Holz gravieren und dabei beispielsweise dekorative Schalen, Teller, kleine Holzkästchen oder Schmuckschatullen individuell gestalten und verzieren möchte, benötigt neben dem Holzgefäß und dem Gravurgerät mit passendem Aufsatz ein Motiv und einen Bleistift.

 

Im ersten Arbeitsschritt wird das gewünschte Motiv mit dem Bleistift auf die Außenseite des Holzgefäßes aufgezeichnet. Dabei ist es möglich, das Motiv vollständig und mit allen Linien und Details zu skizzieren, genauso können aber auch nur die Konturen aufgezeichnet und das Motiv anschließend frei Hand ausgefüllt werden.

Wer zeichnerisch nicht ganz so begabt ist, kann das Motiv auch mithilfe von Pauspapier auf das Holzgefäß übertragen oder eine Schablone verwenden.

 

Um das Holzgefäß nun zu gravieren, sollte es am besten fixiert werden, denn dadurch kann es nicht verwackeln.

Außerdem muss es nicht mehr festgehalten werden, so dass beide Hände frei sind und sich die volle Konzentration auf das Gravieren richten kann. Das Gravurgerät wird nun leicht angeschrägt aufgesetzt und ähnlich wie mit einem Stift werden die aufgezeichneten Linien nachgefahren und die Flächen ausgefüllt. Ist das Motiv fertig, müssen nur noch eventuell sichtbare Bleistiftstriche entfernt werden.

  

 

Grundlegende Anleitung: so funktioniert Gravieren auf Glas

 

Um Glas zu gravieren, wird neben dem Glasgefäß und dem Gravurgerät samt Aufsatz ein dunkles Stück Stoff benötigt.

Als Gravuraufsatz wird meist ein Siliziumkarbid-Schleifaufsatz verwendet, der sich neben Glas auch für das Gravieren von Stein- und Keramikoberflächen eignet. Für die ersten Versuche eignet sich etwas dickeres Glas am besten, denn dieses ist nicht ganz so empfindlich und bricht daher auch nicht so schnell. Sinnvoll ist außerdem, eine Atemschutzmaske zu tragen, denn beim Gravieren entsteht sehr feiner Glasstaub.

 

Wenn Glas graviert wird, kann das Motiv auf der Außenseite mit einem Stift aufgemalt werden. Da Glas transparent ist, gibt es jedoch eine einfachere Methode. Dabei wird das Motiv am besten in Schwarz auf weißes Papier aufgemalt oder ausgedruckt. Die Vorlage wird anschließend in das Glas gelegt und mit etwas Klebeband fixiert, so dass das Papier nicht mehr verrutschen kann. Anschließend werden nur die Konturen graviert.

Sind die Konturen fertig, wird das weiße Papier entfernt und durch dunklen Stoff oder auch dunkles Papier ersetzt. Durch den dunklen Hintergrund ist das Motiv nun gut zu sehen und jetzt können die Flächen ausgefüllt und feine Linien und Details graviert werden. Zwischendurch kann es notwendig werden, den Glasstaub auf der Oberfläche zu entfernen.

Dies sollte mit einem weichen und trockenen Tuch erfolgen. Wichtig ist, das Tuch nicht anzufeuchten, denn dadurch wäre die Gravur nicht mehr sichtbar. Nach der Gravur kann das Glas gespült werden und ist damit einsatzbereit. Im Unterschied zu bemalten Gläsern bieten gravierte Gläser übrigens den Vorteil, dass sie problemlos in der Spülmaschine gewaschen werden können.

Hier eine Video-Anleitung für eine Glasgravur mit einem Gravurstift und Schablonen:

Weiterführende Anleitungen für Muster mit Schablonen:

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